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Downloads, Dokumentationen und ein Forum finden Sie auf der Webseite des Projekts: www.lazarus-ide.org

Meine Empfehlung für Programmier-Interessierte: Die „Lazarus IDE“ ist eine freie, visuelle Programmier­umgebung für Object Pascal, die weitest­gehend Delphi-kompatibel ist, und mit der man 32- und 64-Bit-Programme für Windows, Linux und Mac OS er­stellen kann.

2019 hat das Lazarus-Team die Version 2.0 herausge­bracht. Mit der kosten­losen Ent­wicklungs­umgebung ist auch die Er­stellung kommerzieller Pro­gramme er­laubt.

Links zu deutschen Webseiten zum Thema Lazarus und Delphi habe ich am Seiten­ende aufge­listet.

Warum Object Pascal eine schöne Sprache ist

Es gibt den Spruch „Echte Männer programmieren in C++“ ... und produzieren dabei jede Menge Buffer Overflows.
Beim Stichwort Pascal hingegen werden sich vielleicht Einige an ihren Informatik­unterricht in der Schule zurück­erinnern, der in den 80er Jahren noch etwas unbe­holfen von fach­fremden Lehrern gegeben wurde.

Als in den 1960er Jahren die höheren Programmiersprachen ersonnen wurden, gab es zwei verschiedene Ansätze: Entweder möglichst maschinen­nah zu programmieren, was sich gut für Betriebs­system-Komponenten eignet, oder eine mehr vom Prozessor losgelöste Sicht­weise, die klar definierte Strukturen in den Vorder­grund stellt.
Hierzu entwarf der Schweizer Informatiker Niklaus Wirth die Sprache Pascal (1972), deren Stil sich an die englische Grammatik anlehnt und somit leicht lesbar ist. Daher ist Pascal besonders gut als Lehr­sprache geeignet.
Mit Pascal wurde eine starke Typisierung von Variablen einge­führt, was den Code gut prüfbar und wartbar macht und die Fehler­sicherheit erhöht. Deshalb wurde Pascal gerne in sicherheits­kritischen Bereichen ein­ge­setzt, z.B. in der Verkehrs­technik, Energie­versorgung, Medizin­technik, Militär und Raum­fahrt.

Die starke Typisierung hatte jedoch nicht nur Freunde. Ich vermute, dass insbe­sondere die altein­gesessenen, maschinen­nahen Pro­grammierer die Typisierung viel­leicht als Gängelung em­pfanden und lieber die schwach typi­sierte Programmier­sprache C ver­wendeten. So kam es wohl, dass Berufs-Programmierer zu C griffen, während Pascal eher in Schulen und Uni­versitäten als Lehr­sprache anzu­treffen war. In der kommerziellen Program­mierung konnte sich Pascal nicht richtig durch­setzen. Leider, wie ich finde, denn Pascal wäre speziell für die Anwendungs-Entwicklung eine sehr gute Wahl gewesen.

Die Weiterentwicklung von C und Pascal lief vergleich­bar ab: aus C wurde C++, aus Pascal wurde Object Pascal (z.B. Turbo-Pascal ab 1989 mit Objektorientierung).
Und nachdem Microsoft 1993 „Visual C++“ heraus­brachte, stellte Borland 1995 „Delphi“ als visuelle Programmier­umgebung auf der Basis von Turbo-Pascal vor.
Obwohl Delphi ein mächtiges Werkzeug ist, gab es gegen Microsofts markt­beherrschende Stellung kein Ankommen. Schade, denke ich, denn ich persönlich finde, dass die „Delphi Language“ die schönere Programmier­sprache ist. Während man die Schwächen von C++ erst durch die Neu­konzeptio­nierung der neuen Sprache C# in den Griff bekam, war dies bei Delphi gar nicht er­forderlich.

Free Pascal und Lazarus IDE
Die neusten Delphi-Versionen kosten zwischen 1.700 € und 6.000 €. Das dürfte Ein­steiger ab­schrecken. Deshalb bin ich dank­bar, dass die freie Lazarus IDE nach 10 Jahren Ent­wicklungs­zeit 2012 als Version 1.0 heraus kam. Jährlich er­scheinen neue Versionen, so auch 2019.
Wer Lazarus noch nicht kennt, sollte es auf jeden Fall auspro­bieren. Da Lazarus größten­teils Delphi-kompatibel ist, findet man An­leitung und Hilfe in zahl­reichen Internet­foren für Delphi und Free Pascal.

Links zu deutschsprachigen Seiten:
Grundlagen auf delphi-treff.de
delphipraxis.net
entwickler-ecke.de
Lazarus Wiki (de)

Und nochmal der Link zum Lazarus-Projekt selbst:
www.lazarus-ide.org (englisch)
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